2.1 So funktioniert die degressive AfA

Die Hauptvariante der degressiven Abschreibung ist die geometrisch-degressive Methode, bei der die Degression der Abschreibungsquoten in Form einer geometrischen Reihe erfolgt. Zunächst wird ein Abschreibungsprozentsatz gewählt, der regelmäßig höher ist als der Abschreibungssatz bei linearer AfA. Dieser Prozentsatz der degressiven Abschreibung bleibt immer gleich. Er wird allerdings nur im ersten Jahr auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, in den Folgejahren dagegen auf den jeweils verbliebenen Restbuchwert des Vorjahrs bezogen. Deshalb wird dieses Abschreibungsverfahren häufig auch als "Buchwertabschreibung" bezeichnet. Die ersten Jahre der Nutzung werden folglich mit höheren, die späteren Jahre mit niedrigeren Abschreibungsbeträgen belastet.

Nachteile

  • Der Abschreibungsbetrag muss – anders als bei der linearen Abschreibung – jährlich neu ermittelt werden. Dieser Nachteil fällt aber kaum ins Gewicht.
  • Es kann nie zu einer Abschreibung auf 0 EUR kommen.

Charakteristisch für die degressive AfA nach § 7 Abs. 2 EStG ist, dass sie sich mathematisch als eine unendliche geometrische Reihe vollzieht. Daraus folgt, dass die Bemessungsgrundlage nicht vollständig abgeschrieben wird und immer ein Restbuchwert verbleibt. Das hat zur Folge, dass bei Anlagegütern mit verhältnismäßig kurzer Nutzungsdauer am Ende der Nutzungsdauer ein hoher Restwert stehen bleibt, der im letzten Nutzungsjahr, zusammen mit der letzten regulären Abschreibungsrate, abzuschreiben ist. Dies geschieht auf der Grundlage des § 7 Abs. 3 Sätze 1 und 2 EStG und stellt somit einen Übergang von der degressiven AfA zur linearen AfA nach § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG dar.[1]

Das Problem mit dem hohen Restwert kann dadurch gelöst werden, dass man von der geometrisch-degressiven Abschreibung rechtzeitig zur linearen Abschreibung übergeht. In der Praxis wird dieser Übergang meist in dem Jahr vollzogen, in dem der Abschreibungsbetrag bei der geometrisch-degressiven Abschreibung niedriger ist als der Abschreibungsbetrag, der sich bei linearer Abschreibung des Restbuchwerts über die Restnutzungsdauer ergibt.[2]

2.2 Wie hoch ist die degressive AfA?

Kennzeichnend für alle AfA-Methoden ist, dass unabhängig von der Wahl der AfA-Methode der Grundsatz der Verteilung der Anschaffungskosten/Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts zu beachten ist. Somit ist vor Bestimmung der jeweiligen AfA-Methode die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu ermitteln.[1]

Bei der degressiven AfA leitet sich die Höhe des Abschreibungssatzes von der linearen AfA ab. Der Abschreibungsprozentsatz der degressiven Abschreibung bleibt immer gleich. Der gleichbleibende AfA-Satz bestimmt sich bei der Buchwertabsetzung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts.

Die Bemessungsgrundlage für diesen Prozentsatz – und damit auch die Abschreibungen – werden jedoch von Jahr zu Jahr kleiner, da sie vom jeweiligen Restbuchwert des Vorjahrs ausgehen. Die Abschreibungen gehen aber nicht ewig weiter: Im letzten Jahr der Nutzungsdauer ist der Restbuchwert des Vorjahrs bis auf den Erinnerungswert von einem EUR voll abzuschreiben.

Die Vorschrift über die steuerrechtlich zulässige degressive AfA wurde in den letzten Jahren mehrfach für steuerbilanzpolitische Zwecke genutzt. Die degressive AfA wurde abgeschafft, dann wieder eingeführt und schließlich wieder abgeschafft. Doch damit nicht genug: Die Vorschrift wurde auch oft geändert.

 
Anschaffungszeitraum abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter Der degressive AfA-Satz beträgt
1.1.2001 bis 31.12.2005
  • das 2-fache des linearen Satzes,
  • jedoch maximal 20 % (Obergrenze) der Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. des Restbuchwerts.
1.1.2006 bis 31.12.2007 und vor dem 1.1.2001
  • das 3-fache der linearen AfA,
  • jedoch maximal 30 % (Obergrenze) der Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. des Restbuchwerts.
1.1.2008 bis 31.12.2008 Keine degressive Abschreibung.
1.1.2009 bis 31.12.2010
  • das 2,5-fache der linearen AfA,
  • jedoch maximal 25 % (Obergrenze) der Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. des Restbuchwerts.
1.1.2011 bis auf Weiteres Keine degressive Abschreibung.

Abb. 1: Überblick über Anschaffungszeiträume mit den entsprechenden Höchstsätzen

 

Achtung

Obergrenze des Abschreibungsprozentsatzes gilt nur für die Steuerbilanz

Die Begrenzung des Abschreibungsprozentsatzes auf 20 %, 30 % bzw. 25 % gilt nur für die Steuerbilanz. In der Handelsbilanz ist man nicht an die steuerlichen Höchstsätze gebunden.

 

Praxis-Beispiel

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Buchwertabschreibung

Einzelgewerbetreibender A hat Anfang des Geschäftsjahrs 2010 eine Maschine für 100.000 EUR angeschafft, deren Nutzungsdauer 10 Jahre beträgt. Er schreibt die Maschine degressiv mit einem Abschreibungssatz von 25 % ab. Es ergeben sich folgende Buchwerte und Jahresabschreibungen:

  Vincenzo Marco De mit Umh盲ngetasche Krallendetail De Marco
Anschaffungskosten 2010 100.000 EUR
./. Abschreibung 2010: 25 % von 100.000 EUR  25.000 EUR
= Buchwert zum 31.12.2010  75.000 EUR
./. Abschreibung 2011: 25 % von 75.000 EUR  18.750 EUR
= Buchwert zum 31.12.2011  56.250 EUR
...

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